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Monatstext Mai 2008
Ääne raache... von Georg Fox
Mit blauem Dunst in den Mai
"Ääne raache..." von Georg Fox ist
Mundarttext des Monats Mai
Ääne raache...
Gebb Feijer, holl här,
mach midd, mach midd!
Kumm geh doch mòò här,
geh bleib doch mòò dòò!
Gans schnell, gans schnell,
holl Feijer, mach midd
nidd schwär, nidd schwär!
Holl Tuwwag, dreh rinn
midd Pabier ins Pabier!
Mach midd, unn rinn,
gans figgs rinn, nur rinn.
Kumm här, gans figgs,
glääb dsu, glääb dsu,
holl Feijer, mach midd!
Raach midd, raach midd,
so gudd, ach wie gudd,
wie Feijer so gudd!
Raach ääne, raach dswei
mit Feijer debei
kää Kummer, kää Wunner!
Unn mòrje, jòò mòrje,
wer wääs, wass dòò iss?
Die Sòrje vunn mòrje
Vergess, grad vergess.
Raach Feijer, nidd deijer
Raach dswei odder drei.
Wer jedds iwwerleed
iss bleed, ach so bleed.
Raach midd, mach midd
im Feijer un Raach
dief nunner de Kummer
iwwer die Dsung uff die Lung
all Sòrje begraab bis mòrje!
Bis mòrje?
Georg Fox
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Stadt Völklingen
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SR3 Saarlandwelle
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St. Wendeler Land
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Bosener Gruppe

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Nohfelden-Bosen - Als Mundarttext des Monats Mai 2008 wird das Gedicht
Ääne raache... des saarländischen Autors Georg Fox prämiert. Darauf hat
sich auf ihrer Tagung das Kolloquium der Bosener Gruppe verständigt. Wie
die Sprecherin der Gruppe, die saarländische Schriftstellerin Karin
Klee, mitteilt, habe man dieses Gedicht ausgewählt, weil darin mit
Ironie und scharfer Beobachtungsgabe der Finger in eine der größten
menschlichen Wunden gelegt wird: die des Selbstbetrugs.
In ihrem Bosener Manifest hat sich die Arbeitsgemeinschaft für rhein-
und moselfränkische Mundart zum Ziel gesetzt, die Mundarten der Region
in ihrer herausragenden Wertigkeit und Schönheit zu würdigen. Als eine
der selbstverständlichen Konsequenzen hieraus soll die Dialektsprache
als Möglichkeit einer anspruchsvollen literarischen Gestaltungsform
präsentiert werden. Preiswürdige Texte werden jeweils auf Vorschlag der
Mitglieder der Bosener Gruppe ausgewählt und juriert. Einziges
Entscheidungsmerkmal ist die literarische Qualität eines Textes. Zur
Bosener Gruppe gehören u.a. die Mundartautoren Johannes Kühn, Heinrich
Kraus, Wolfgang Ohler, Relinde Niederländer, Peter Eckert, Ute
Zimmermann, Hans Walter Lorang, Gérard Carau, René Egles, Marcel Adam,
Gisela Bell, Manfred Pohlmann und Jean-Louis Kieffer.
Der pfälzische Schriftsteller Bruno Hain schreibt zum ausgesuchten Text:
Ein Anti-Rauchergedicht als Mundarttext des Monats in Zeiten der
rauchfreien Kneipen und raucherfeindlichen Umwelt - das scheint Wasser
in den Rhein (oder welches Gewässer auch immer) geschüttet zu sein. Aber
der Text "Ääne raache..." von Georg Fox ist nicht ganz neu, Fox ein
passionierter Nichtraucher, und um das Rauchen dreht es sich nur
scheinbar. Unterm Strich geht es gegen jedes Suchtverhalten und die
darin enthaltenen Selbsttäuschungen.
Als guter Beobachter hat er recht schnell registriert, wie man
Zigaretten dreht, und wie fix dies zu handhaben ist. Die Geschwindigkeit
imitiert Fox durch die Wortwiederholungen und die Benutzung von Wörtern
mit kurzen Vokalen. Darin ist eine Verhalten gespiegelt: Man braucht
dringend ein Mittel zur Stimulation, um andere Verhältnisse
vorzugaukeln. Und da steht die Zigarette als Symbol für alle möglichen
Mittelchen.
In der letzten Strophe tritt der Verführer auf den Plan: Mit der
Aufforderung "mach midd" und dem Versprechen, dass all "de Kummer"
verschwinden, zumindest "bis mòrje" begraben würde. Dass dies allerdings
nur Lug und Trug ist, zeigt die Wiederholung des "Bis mòrje?" als
Frage in der letzten Zeile des Gedichtes.
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