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Monatstext Januar 2009
E Lieblingsgedischt
von Karin Klee
E Lieblingsgedischt
Et kemmt on geeht
ön ääm fort.
Et ös Spiejel on Spill:
Eisch sö mei Wasser.
Greijner Grond,
e Deck om Boddem,
Fourer for Feeij on Land:
Eisch sö mei Wies.
Wönd on Wärrer,
ö blooer Bezuch ford Leäwe.
Vergroozelt vom Alsweirer:
Eisch sö mei Loft.
Stämm on Stäcke,
geblanzt o geschlaa.
Papeijer on Feijer:
Eisch sö mei Holz.
Welle on Weeje aus Wijerter,
dreggisch, häämelisch, vergänglisch.
Mei Sprooch sön eisch:
Eisch sö mei Sprooch.
Mir gehiert neischt.
Awwer eisch sön, wat'isch sön.
Mei Uroma stammt vo Apach.
Eisch sönne Indianer.
Karin
Klee
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Stadt Völklingen
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SR3 Saarlandwelle
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St. Wendeler Land
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Bosener Gruppe

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Ein Indianer-Lächeln für die Haben-Seite
E Lieblingsgedischt von Karin Klee ist Mundarttext im ersten Monat 2010.
Dazu gibt es auch einen SR3-Hörfunkbeitrag aus der Mundartecke der Sendung
"Bunte Funkminuten" vom 14.01.2010.
Die Hoffnungen, die der Weltklimagipfel vielen Menschen versprochen hat,
sind der Ernüchterung gewichen. Und so wundert es nicht, dass das
Kolloquium der Bosener Gruppe mit einem sehr persönlichen, doch eben nicht
unpolitischen Text in das Jahr 2010 startet. Der Text "E Lieblingsgedischt"
der Waderner Autorin Karin Klee erhält dafür die Auszeichnung "Mundarttext
des Monats".
Über den ausgezeichnten Text schreibt die Überherrner Schriftstellerin
Ursula Kerber:
"Ist der Text autobiografisch?" werden Autoren manchmal gefragt. Ja, hier
sind durchaus Rückschlüsse auf die Dichterin erlaubt. Karin Klee achtet
bei ihren täglichen Wanderungen auf ihr Umfeld, ihre Welt.
Sie schreibt empfindsam und bodenständig zugleich.
So entstehen zunächst vier Strophen aus der Naturbeobachtung heraus, voll
Bewegung und Veränderung, aber ohne Hektik Et kemmt on geeht en ääm fort.
Hervor zu heben sind ihre neuen besonderen Bilder, z. B. Wönd on Wärrer, ö
blooer Bezuch ford Leäwe ... vom Alsweirer. Der Ich-Erzähler ist diesem
elementaren Wechselspiel so intensiv verbunden, dass er zweifelsfrei weiß:
eisch se mei Wasser / Wies / Holz / Loft. Die folgenden vier Zeilen tönen
in ihrer Bildübertragung dynamischer, eindringlicher bis hin zum
wiederholten Bekenntnis Mei Sprooch sen eich: Eich se mei Sprooch. Zum
Gedichtausklang wird sachlich Bilanz erstellt Mir gehiert neischt. Die
Schlussfolgerung stimmt trotzdem spürbar positiv. Und Karin Klee schenkt
ihren Lesern und Hörern noch ein Lächeln für die Haben-Seite.
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