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Monatstext Februar 2010
Duu mischd
von Edith Braun
E Lieblingsgedischt
Et kemmt on geeht
ön ääm fort.
Et ös Spiejel on Spill:
Eisch sö mei Wasser.
Greijner Grond,
e Deck om Boddem,
Fourer for Feeij on Land:
Eisch sö mei Wies.
Wönd on Wärrer,
ö blooer Bezuch ford Leäwe.
Vergroozelt vom Alsweirer:
Eisch sö mei Loft.
Stämm on Stäcke,
geblanzt o geschlaa.
Papeijer on Feijer:
Eisch sö mei Holz.
Welle on Weeje aus Wijerter,
dreggisch, häämelisch, vergänglisch.
Mei Sprooch sön eisch:
Eisch sö mei Sprooch.
Mir gehiert neischt.
Awwer eisch sön, wat'isch sön.
Mei Uroma stammt vo Apach.
Eisch sönne Indianer.
Edith
Braun
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Stadt Völklingen
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SR3 Saarlandwelle
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St. Wendeler Land
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Bosener Gruppe

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Nohfelden-Bosen - Als Mundarttext des Monats
Februar 2010 wird das Gedicht "Duu mischd“ der saarländischen
Mundartautorin Dr. Edith Braun prämiert. Darauf hat sich auf ihrer Tagung
das Kolloquium der Bosener Gruppe verständigt. Wie die saarländische
Schriftstellerin Karin Klee mitteilte, habe man dieses Gedicht von Edith
Braun ausgewählt, weil hierin ein eigentlich alltäglichen Inhalt mit Humor
„glòòr“ karikieren wird und diese Form von Sprachspiel und Witz die
Schönheit der Regionalsprache ganz besonders hervorhebt.
In ihrem "BOSENER MANIFEST" hat sich die Arbeitsgemeinschaft für rhein-
und moselfränkische Mundart zum Ziel gesetzt, die Mundarten der Region in
ihrer herausragenden Wertigkeit und Schönheit zu würdigen. Als eine der
selbstverständlichen Konsequenzen hieraus soll die Dialektsprache als
Möglichkeit einer anspruchsvollen literarischen Gestaltungsform
präsentiert werden. Preiswürdige Texte werden jeweils auf Vorschlag der
Mitglieder der Bosener Gruppe ausgewählt und juriert. Zur Bosener Gruppe
gehören u.a. die Mundartautoren Johannes Kühn, Heinrich Kraus, Georg Fox,
Relinde Niederländer, Peter Eckert, Karin Klee, Ute Zimmermann, Gérard
Carau, René Egles, Marcel Adam, Gisela Bell, Manfred Pohlmann und
Jean-Louis Kieffer.
Georg Fox, Mitglied der ‚bosener gruppe', zu dem prämierten Text:
Dieser Text stellt natürlich eine Form der Sprach-Karikatur mit einem
starken Hang zum sogenannten „höheren Blödsinn“ dar. Er amüsiert mich
wegen seiner Wortspielerei. In einer feinen Ironie nimmt er die
Aufforderung zum Kartenmischen beim Skatspiel auf die Schippe und zeigt in
einer übertriebenen Sprachspielerei die humoristische Variante der
Mundart. Entnommen wurde der Text dem Mundartbuch „Saarbrücker Lektionen“,
in welchem Dr. Edith Braun die Eigenheiten unserer Mundart durchaus
plausibel und leicht verständlich erklärt. Edith Braun hat über die
Homonyme in der Mundart promoviert und zeigt in diesem Text die
sprachlichen Möglichkeiten eines gleichlautenden, jedoch mehrdeutigen
Wortes auf.
Der Text beweist auch, wie Mundart ganz einfach und schnörkellos für Humor
und Witz als literarischem Gestaltungsmittel benutzt werden kann und damit
eine unvergleichliche Sprachklang entfaltet.
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